Lehrer im Sommer nicht in die Arbeitslosigkeit schicken

BayernSPD Landtagsfraktion

12. Juli 2018

Unbefristete Verträge und mehr Planungssicherheit - 2016 über 7000 Pädagogen nur befristet angestellt - Lehrer werden dringend gebraucht

Die SPD-Landtagsfraktion fordert, befristete Arbeitsverträge für junge Lehrerinnen und Lehrer in Bayern abzuschaffen und sie künftig nicht mehr mit Beginn der Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. "Millionen Menschen fahren in den nächsten Wochen in den Urlaub. Befristet beschäftigte Lehrerinnen und Lehrer können das nicht. Sie können nicht mal planen, weder im Beruf noch familiär", rief Natascha Kohnen in ihrer Plenarrede im Bayerischen Landtag zum Dringlichkeitsantrag (PDF, 86 kB) der SPD. Kohnen nannte die Einstellungspolitik der Staatsregierung unanständig und forderte, die Befristungspraxis zu beenden. "Geben Sie den Lehrerinnen und Lehrern in unserem Land endlich Planungssicherheit", forderte Kohnen. Sie verwies darauf, dass zum Beispiel an Grund- und Mittelschulen die Zahl der befristeten Verträge von 2012 auf 2016 um knapp 50 Prozent auf 1480 angestiegen ist. An Realschulen gab es sogar eine Steigerung um 69 Prozent auf 1332. Insgesamt waren laut Kultusministerium im Jahr 2016 über 7000 Lehrkräfte nur befristet angestellt.

Lehrer werden angesichts steigender Geburtenrate und Zuzug nach Bayern dringend gebraucht. Dies besonders, weil die Zahl der Lehramtsstudenten sinkt. Ein Blick an die Schulen zeigt: Die Klassen sind zu groß, der Unterrichtsausfall ist eklatant hoch."Sollen wir unsere Bildungseinrichtungen stilllegen wegen Lehrermangels? Wir brauchen unsere Lehrerinnen und Lehrer! Wenn ein Unternehmen so arbeiten würde, dann müsste es die Produktion einstellen", rief Kohnen.

Martin Güll erklärt die CSU und Staatsregierung verantwortlich für diesen Missstand und ergänzt: Das sind alles Versäumnisse der CSU Fraktion und des Kultusministers! Er appelierte in der Plenardebatte an die Staatsregierung endlich die nötigen Hausaufgaben zu machen, die Lehrerversorgung sicherzustellen und die Lehrerinnen und Lehrer nicht im Stich zu lassen.

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