Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ist für SPD Grund zu Freude

05. April 2017

Bildungsausschussvorsitzender Martin Güll: CSU korrigiert endlich ihren Fehler - SPD-Abgeordneter: Werden auf Ausgestaltung des neuen Gymnasiums achten

Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) in Bayern ist nach Ansicht des Bildungsausschussvorsitzenden Martin Güll "ein Grund zur Freude". Der SPD-Abgeordnete sieht darin einen Erfolg der jahrelangen harten Oppositionsarbeit seiner Fraktion: "Das ist ein guter Tag für für die bayerischen Schülerinnen und Schüler. Wir schenken ihnen mehr Zeit zum Leben und Lernen. Der 'Rohbau' eines neuen G9 steht jetzt – mehr aber auch noch nicht. Wir Sozialdemokraten im Bayerischen Landtag werden uns dafür einsetzen, dass das neue G9 auch ein pädagogischer Erfolg wird. Und wir müssen uns auch um die 250.000 Kinder und Jugendlichen kümmern, die sich derzeit noch durch das G8 kämpfen. Auch sie müssen von den Verbesserungen profitieren." Güll erinnerte noch einmal an die überstürzte Einführung des G8 im Jahr 2004 durch den damaligen CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber: "Er hat den Kindern diesen Irrweg und diesen unfassbaren Stress des G8 eingebrockt. Ohne Vorbereitung, ohne Konzept und ohne Rücksicht auf die Familien wurde damals diese Entscheidung getroffen. Und die CSU brachte es über 13 Jahre nicht fertig, diese krasse Fehlentscheidung zu korrigieren. Ein Armutszeugnis." Der Bildungsausschussvorsitzende und frühere Hauptschulleiter Güll versichert: "Wir werden auch die anderen Schularten nicht vernachlässigen. Dieses Versprechen geben wir. Das Gymnasium ist nicht alles. Die Schulleitungen an den Grund- und Mittelschulen müssen entlastet, die Ausbildungskapazitäten für Lehrkräfte an Förderschulen erweitert, sowie die Real- und Berufsschulen mit mehr Lehrkräften versorgt werden. Das ist überfällig. Kleinere Klassen und weniger Unterrichtsausfall sind weitere Schwerpunkte unserer Politik im Landtag." Darüber hinaus sei ein „Bildungspaket für Familien“ notwendig, das die Familien und die Schulen wirkungsvoll stärkt. Dazu gehören unter anderem:

  1. der Rechtsanspruch auf einen kostenfreien Ganztagsschulplatz, um die Betreuung zu sichern und Nachhilfe überflüssig zu machen;
  2. die Kostenfreiheit für den Schulweg bis zum Abschluss der Schule oder der Lehrzeit;
  3. eine umfassende Lernmittelfreiheit;
  4. pädagogisches Zusatzpersonal wie Schulsozialarbeiter, Erzieher, Psychologen und Sonderpädagogen an allen Schulen;
  5. die Abschaffung des Grundschulabiturs mit den Übertrittszeugnissen und die Einführung einer längeren gemeinsamen Schulzeit.

Teilen