SPD warnt vor Fehlstart des G9

Martin Güll

05. September 2018

Bildungssprecher Güll: Gewonnene Lernzeit optimal nutzen - digitales und vernetztes Lernen fördern - Ganztagsgymnasien werden wichtiger

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, Martin Güll, warnt vor einem Fehlstart des neunjährigen Gymnasiums in Bayern. „Bei der Wiedereinführung des G9 stottert der Motor gewaltig. Ich vermisse ein pädagogisches Gesamtkonzept und kreative Ideen, wie wir die gewonnene Zeit am Gymnasium für die Schüler und Schülerinnen optimal nutzen können. Die SPD hat für das G9 gekämpft, und wir wollen, dass jetzt etwas daraus gemacht wird“, erklärt Güll anlässlich der Schulanfangspressekonferenz von Kultusminister Sibler.

In ein pädagogisches Konzept für ein zukunftsweisendes Gymnasium müssten nach Auffassung von Güll folgende Inhalte aufgenommen werden: Zeitgemäßes und umfassendes digitales Lernen, Vernetzung der Unterrichtsfächer und vernetztes Lernen sowie verstärkte Projektarbeit und selbst gesteuertes Lernen. „Das neue G9 muss innovativ sein und darf auf keinen Fall ein kalter Aufguss des alten sein“, fordert der Bildungspolitiker. Im neuen G9 müsste auch das Ganztagsgymnasium weiter vorangebracht werden, weil der Bedarf durch am Nachmittag wegfallenden Unterricht steigen werde, prognostiziert Güll.

Als zentral bewertet der Dachauer Abgeordnete eine stärkere Berufsorientierung des neuen G9: Das Gymnasium werde wieder mehr Zulauf bekommen, aber bei weitem nicht alle Abiturienten würden studieren. „Der Erfolg des neuen G9 wird auch davon abhängen, wie gut es gelingt, Jugendliche auch auf einen Lehrberuf vorzubereiten“, ist sich Güll sicher. Verbindlichkeit vermisst der SPD-Bildungspolitiker bei der angekündigten verstärkten politischen Bildung und Demokratieerziehung. „Da wollen wir sicher sein, dass feste Zeitfenster vorgesehen sind.“

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