Übertrittszeugnisse: Beratung statt Notenstress!

27. April 2018

Bildungspolitischer Sprecher Güll: Kinder werden krank vom Stress - Elternwille muss respektiert werden

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags Martin Güll fordert, den Elternwillen beim Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule zu respektieren und die verbindliche Übertrittsempfehlung auf Basis des Notendurchschnitts einiger Fächer abzuschaffen. "Es kann nicht sein, dass eine Zehntelnote über die Zukunft eines Kindes entscheidet", mahnt Güll. "Die Folge dieses Notendrucks ist oftmals, dass die Kinder in den Wochen und Monaten vor dem Zeugnis kurz vor dem Burn-Out stehen und sogar krank werden." So hat die Universität Würzburg in einer Studie von 2015 aufgezeigt, dass bei fast jedem zweiten Dritt- und Viertklässler in Bayern die Stresswerte erhöht sind.

Das Feilschen um die Noten sei auch für die Lehrkräfte eine unerträgliche Situation, ergänzt der SPD-Bildungssprecher. "Statt Förderung steht Überprüfung im Fokus der Lehrkräfte. Außerdem müssen die Lehrerinnen und Lehrer mit der ständigen Angst leben, dass die Noten juristisch angefochten werden."

Das bisherige Übertrittsverfahren sei "gesundheitsschädlich für die Kinder, unpädagogisch für die Lehrkräfte und kinderfeindlich für die Eltern", fasst Güll zusammen.

Der SPD-Politiker plädiert dafür, den Eltern eine professionelle Beratung anzubieten und die Grundschulen eine Empfehlung aussprechen zu lassen. Die Entscheidung, auf welche Schule das Kind gehen wird, soll aber letztlich den Eltern überlassen werden. "Die bayerische Staatsregierung muss das Übertrittsverfahren an die weiterführenden Schulen so verändern, dass in den 3. und 4. Klassen der Grundschulen endlich wieder die Pädagogik und nicht die verzweifelte Jagd nach Noten im Vordergrund steht."

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